5.0 Die Gnadenzeit


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Mit der Sünde findet sich der Mensch in der Trennung von Gott wieder, der Tod herrscht über sein Leben. Die Bibel macht meistens keinen expliziten Unterschied zwischen dem "natürlichen" und dem "geistlichen Tod" im Sprachgebrauch. Tot ist tot, solange keine Erlösung stattfindet.
Jedoch an Adam und Eva sehen wir, dass sie dem natürlichen Tod nicht sofort preisgegeben wurden. Nur ewig sein wie Gott konnten sie nicht mehr. Sie hatten eine bestimmte Lebenszeit, eine Gnadenzeit, wenngleich eine mühe- und schmerzvolle. Auch die Menschheitsgeschichte bekam eine Gnadenzeit, die Menschheit wurde nie komplett ausgelöscht.
In dieser Gnadenzeit beginnt Gott eine Offenbarung der Erlösung, des Heilsplanes, des Zurückgewinnens des Menschen für Ihn. Sie kommt durch einzelne Menschen, durch das Volk Israel, durch Jesus und durch den Leib Jesu. In dieser Gnadenzeit wird den Menschen der Weg zum ewigen Leben eröffnet.

Mit dem ersten Kommen Jesu kommt der Sieg über Sünde, Tod und Satan. Am Kreuz erfüllt der Sohn Gottes alles, was Gott in seiner unergründlichen Weisheit, im Alten Testament angekündigt, geplant hatte: "Es ist vollbracht".
Wenn wir an Jesus glauben, glauben wir auch an die Auferstehung, sonst wäre unser Glaube sinnlos.
Mit dem zweiten Kommen Jesu erfüllt sich die Befreiung der Schöpfung von der Vergänglichkeit, das Königtum Jesu, sein ewiges Reich.
Nach dem ersten Kommen Jesu wird das neue Testament, darin die Offenbarung, niedergeschrieben. Hier geht es vor allem um den Sieg über den Tod und das Böse. Hier zeigt die Offenbarung nun eine Aufschlüsselung in den "ersten" und "zweiten Tod". Ebenso eine Aufschlüsselung in die "erste Auferstehung" und in das "Buch des Lebens".
Mit dem "Gericht" verhält es sich ähnlich. Seit dem Alten Testament und in jedem Menschenleben kennen wir Gerichte und Verderben auf der Erde, sogar "die Hölle auf Erden" und wiederum das Gericht im geistlichen Sinne, die "ewige" Verdammnis.

Die Gnadenzeit bedeutet in meinen Augen das, was zwischen diesem "ersten" und "zweiten" liegt, nämlich die MÖGLICHKEIT, in Gottes Reich hineinzukommen.

Das Spannungsfeld der Gläubigen liegt in dem "noch nicht" und doch "schon jetzt". Und auch: "In dieser Welt, aber nicht von dieser Welt". Es liegt in dem Arbeiten an der Errettung "mit Furcht und Zittern" und gleichzeitig die Gewissheit habend: niemand und nichts kann mich aus seiner Hand reißen.
Wenn man durch Jesus erlöst ist, könnte man eigentlich gleich zum Vater gehen und diese Welt verlassen. Jedoch: Die Gläubigen werden auf der Welt gelassen zum Zeugnis für die Welt und zur Gnadenzeit für die Welt!

Lk 19, 11-13 ...denn er war nahe bei Jerusalem, und sie meinten, das Reich Gottes werde sogleich offenbar werden. Und er sprach: Ein Fürst zog in ein fernes Land, um ein Königtum zu erlangen und dann zurückzukommen. Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!...
Apg 1, 7-9 ...Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.
2. Pe 3, 9 Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.


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